artist statement
english:
Surya Suran Gied’s artistic practice focuses on the fragmentation of human identity in the context of migration. At the core of her work is the experience of how biographies are fractured and reshaped through cultural transitions, language shifts, and life between different cultures. She explores these themes through spatial installations that combine painting, photography, sculpture, performance, video, and sound. Her own German-Korean migration background plays a central role, serving as an example of the complex and divergent nature of identity. Gied pursues an expanded notion of painting that reflects the intersections of painting, space, and different medias. Her work also investigates site-specific social and political structures and engages with transmedial processes. Feminist perspectives and a critical examination of patriarchal structures are key elements of her practice.
german:
Spätestens seit der Digitalisierung scheint die menschliche Erfahrung eine fragmentierte zu sein. Im Kontext dieser akuten Lebensmodalitäten erforsche ich die daraus resultierende Abstrahierung der Identität. Meine Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Figuration und Abstraktion und nutzen die Malerei als Ausgangspunkt einer erweiterten, intermedialen Praxis. Figuration dient mir als ein Ankerpunkt, um persönliche und kulturelle Narrative greifbar zu machen, während die Abstraktion Raum schafft, um das Unausgesprochene, Fragmentarische und Vieldeutige zu erkunden.
Meine raumgreifenden Installationen aus Malerei, Skulptur, Fotografie, Video und Sound verhandeln diese Zersplitterung im Spannungsverhältnis von farblicher Oberfläche und architektonischem Raum. Bildimmanente Figuren und Formen entrücke ich so weit, bis sie entweder das Medium verlassen, in ein anderes Material immigrieren, sich neu manifestieren oder sich in abstrakte Formen auflösen, die permanent versuchen, zur Figuration zurückzufinden.
Als Beispiel für diese Divergenz dient mir unter anderem meine eigene deutsch-koreanische Migrationsgeschichte. Ausgangspunkt für meine Werke bilden subjektive, (auto)biografische Daten in Form von Oral History, Fotografien, Audio- und Filmaufnahmen auf der einen Seite und kollektive Bildarchive auf der anderen. Diese verschiedenen Quellen treten in Wechselwirkung mit meiner multimedialen Praxis. Die daraus entstehende Bildsprache fungiert dabei als ein Vehikel, um zum Nicht-Gesagten und Nicht-Gezeigten zu gelangen; nur in dieser Intimität lassen sich die Konflikte der Identität erforschen.
english:
Surya Suran Gied’s artistic practice focuses on the fragmentation of human identity in the context of migration. At the core of her work is the experience of how biographies are fractured and reshaped through cultural transitions, language shifts, and life between different cultures. She explores these themes through spatial installations that combine painting, photography, sculpture, performance, video, and sound. Her own German-Korean migration background plays a central role, serving as an example of the complex and divergent nature of identity. Gied pursues an expanded notion of painting that reflects the intersections of painting, space, and different medias. Her work also investigates site-specific social and political structures and engages with transmedial processes. Feminist perspectives and a critical examination of patriarchal structures are key elements of her practice.
german:
Spätestens seit der Digitalisierung scheint die menschliche Erfahrung eine fragmentierte zu sein. Im Kontext dieser akuten Lebensmodalitäten erforsche ich die daraus resultierende Abstrahierung der Identität. Meine Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Figuration und Abstraktion und nutzen die Malerei als Ausgangspunkt einer erweiterten, intermedialen Praxis. Figuration dient mir als ein Ankerpunkt, um persönliche und kulturelle Narrative greifbar zu machen, während die Abstraktion Raum schafft, um das Unausgesprochene, Fragmentarische und Vieldeutige zu erkunden.
Meine raumgreifenden Installationen aus Malerei, Skulptur, Fotografie, Video und Sound verhandeln diese Zersplitterung im Spannungsverhältnis von farblicher Oberfläche und architektonischem Raum. Bildimmanente Figuren und Formen entrücke ich so weit, bis sie entweder das Medium verlassen, in ein anderes Material immigrieren, sich neu manifestieren oder sich in abstrakte Formen auflösen, die permanent versuchen, zur Figuration zurückzufinden.
Als Beispiel für diese Divergenz dient mir unter anderem meine eigene deutsch-koreanische Migrationsgeschichte. Ausgangspunkt für meine Werke bilden subjektive, (auto)biografische Daten in Form von Oral History, Fotografien, Audio- und Filmaufnahmen auf der einen Seite und kollektive Bildarchive auf der anderen. Diese verschiedenen Quellen treten in Wechselwirkung mit meiner multimedialen Praxis. Die daraus entstehende Bildsprache fungiert dabei als ein Vehikel, um zum Nicht-Gesagten und Nicht-Gezeigten zu gelangen; nur in dieser Intimität lassen sich die Konflikte der Identität erforschen.